Manchmal muss man dem Unsichtbaren eine Form geben, um es wirklich betrachten zu können.
In meinem Bielefelder Atelier sind drei Ringe entstanden, die sich der schnellen Form verweigern. Sie sind keine Zierde. Sie sind eine Antwort auf ein Phänomen, das so leise wie zerstörerisch ist: den weiblichen Narzissmus.
1. DIE ARCHITEKTUR DER FASSADE
Männlicher Narzissmus poltert oft. Das weibliche Pendant agiert im Verborgenen. Es ist maskiert als Aufopferung, als perfekte Fassade oder als das ewige, unschuldige Opfer. Hinter der makellosen Außenwirkung zittert ein instabiler Kern.
Es ist ein ständiger Tanz zwischen dem Hunger nach Bewunderung und der panischen Angst, dass die Oberfläche Risse bekommt.
2. DER RAUM IN DER SCHUBLADE
Jeder dieser Ringe hütet ein Geheimnis in einer kleinen Schublade. Ein Ort für das, was weggeschlossen wurde:
Krone & Scherben: Ein Ring wie eine Machtgeste. Doch unter der Krone liegen Glassplitter auf einem gläsernen Altar.
Zerrissenes Gesicht: Ein zerbrochenes Porträt auf der Fassung, ein heiler Spiegel im Inneren. Wer bist du, wenn niemand hinschaut?
Spiegelkammer: Eine nackte Figur, umstellt von Scherben. Vielfach gespiegelt, verzerrt, entrückt.
3. DIE PEIN DES SCHEINS
Diese Ringe sind Miniaturen des Inneren. Sie zeigen die enorme Energie, die es kostet, die Schublade geschlossen zu halten. Es geht um das Gewicht dieser emotionalen Last, die im massiven Silber spürbar wird.
Wer bin ich, wenn ich mich öffne?
Du möchtest die Ringe sehen? Hier gibt es Details zur aktuellen Ausstellung.